Sex von A-Z

In diesem Lexikon findest Du viele Begriffe rund um das Thema Sexualität erklärt. Vielleicht suchst Du etwas Bestimmtes oder hast einfach Lust darin herumzustöbern.

abartig

Jedes (sexuelle) Verhalten, das anders ist als die Mehrheit es gut oder richtig findet, kann so bezeichnet werden. Oft sagt man auch abnorm oder pervers dazu. Je nach dem, zu welcher Zeit und in welchem Land etwas passiert, wird es als selbstverständlich oder abartig angesehen.

Abort

Ist der medizinische Fachausdruck für Fehlgeburt.

abspritzen

Ein umgangssprachliches Wort für Samenerguss. Es trifft nicht immer zu, weil die Samenflüssigkeit manchmal mit wenig Druck herauskommt und dann eben nicht spritzt, sondern eher läuft.

Abstinenz

Ist ein Fremdwort für Enthaltsamkeit.

Abstrich

Beim Besuch eines Frauenarztes oder einer Frauenärztin wird der Abstrich routinemässig vorgenommen. Dabei wird Hautzellenmaterial mithilfe eines Stäbchens aus der Scheide (Vagina) entnommen, um allfällige Zellveränderungen feststellen zu können.

Abtreibung

Mit Abtreibung ist der vorzeitige Abbruch einer Schwangerschaft gemeint. Dieser Eingriff kann in der Schweiz während der ersten zwölf Wochen seit Beginn der letzten Periode vorgenommen werden.

Adamsapfel
Adamsapfel

So wird der Kehlkopf des Mannes bezeichnet. Während der Pubertät vergrössert er sich. Deshalb bekommen Jungen einen Stimmbruch und haben später meist eine tiefere Stimme als Frauen. Manchmal kann man bei Männern die Vorderkante des Kehlkopfes am Hals als kleinen Vorsprung erkennen.

Affäre

Eine (Liebes-)Affäre beinhaltet eine erotische Beziehung ausserhalb einer Partnerschaft oder eine vorübergehende sexuelle Beziehung ohne Verpflichtungen.

After

After (auch Anus genannt) bezeichnet die Ausgangsöffnung des Dickdarms. Auf Schweizerdeutsch sagt man dazu auch Arschloch.

AIDS

AIDS ist die Abkürzung für Acquired Immunodeficiency Syndrome, was auf Deutsch soviel wie „Erworbenes Immunschwächensyndrom“ heisst. Die Ursache für AIDS ist eine Infektion mit dem HI-Virus, welches unter anderem durch ungeschützten Sex mit einer HIV-positiven Person übertragen werden kann. Vor einer Ansteckung mit dem HI-Virus kann man sich beim Geschlechtsverkehr nur mit einem Kondom schützen.

AIDS-Test

Korrekterweise müsste er eigentlich HIV-Test heissen, weil der Test nur eine HIV-Infektion, aber nicht die daraus entstehende Krankheit AIDS nachweisen kann. Heutzutage gibt es verschiedene Arten von HIV-Tests, die feststellen können, ob eine Person mit dem HI-Virus infiziert ist - das nennt man dann HIV-positiv. Wenn man sich nicht angesteckt hat, ist man HIV-negativ. Bevor man einen Test machen lässt, ist es wichtig, ein Beratungsgespräch zu führen. Vielleicht stellt sich dabei heraus, dass man gar kein Ansteckungsrisiko hatte und die Untersuchung nicht nötig ist. Ausserdem ist der Zeitpunkt, wann man einen Test macht, wichtig für die Sicherheit des Resultats. Beraten lassen kannst du dich bei Ärztinnen oder Ärzten, Fach- und Teststellen, regionalen AIDS-Hilfen oder auch der Fachstelle Lust und Frust.

Akne

Akne ist eine Talgdrüsenerkrankung der Haut, die oft in der Pubertät auftritt und grösstenteils genetisch vererbt wird. Die Haut kann sich dabei stark entzünden und Pickel erzeugen. Später können Narben zurückbleiben. Sexualhormone spielen bei der Steuerung der Talgproduktion eine wichtige Rolle. Akne kann beim Hautarzt oder der Hautärztin behandelt werden.

Amenorrhö

Ist ein medizinischer Fachausdruck für das Ausbleiben der Menstruation. Dies ist aber keine Krankheit, sondern wird als Ausdruck benutzt, um deutlich zu machen, dass ein Ausbleiben der Monatsblutung nicht unbedingt ein Schwangerschaftszeichen ist. Vor allem in der Pubertät kommt es oft vor, dass die Menstruation anfangs unregelmässig ist. Wenn trotzdem das Gefühl entsteht, dass etwas mit der Monatsblutung nicht stimmt, sollte eine Frauenärztin, ein Frauenarzt oder zu eine Fachstelle für eine Untersuchung aufgesucht werden.

Amor

Ist der Name des Liebesgottes im alten Rom. Auf Bildern wird er als kleiner Junge dargestellt, manchmal geflügelt, mit Pfeil und Bogen. Wenn er Menschen seine Pfeile ins Herz schiesst, verlieben sie sich. Deshalb sagt man manchmal von Verliebten, sie seien „von Amors Pfeilen getroffen worden“.

Analverkehr

Vom lateinischen Wort Anus (für After) abgeleitete Bezeichnung für den Geschlechtsverkehr, bei dem der Penis in den After eingeführt wird. Die Afterregion kann eine sexuell erogene Zone sein. Hast du gewusst, dass in der Antike der Analverkehr fast ebenso häufig praktiziert wurde wie der vaginale Geschlechtsverkehr? Nicht alle mögen Analverkehr. Er stellt eine Variante sexuellen Erlebens dar und zwar nicht nur unter homosexuellen Männern, sondern auch bei heterosexuellen und anderen Paaren. Analverkehr wird manchmal auch praktiziert, um die „Jungfräulichkeit“ der Frau zu erhalten oder aus Furcht vor einer Schwangerschaft. Wie bei allen sexuellen Varianten solltest du dies aber nur machen, wenn du es willst und dir dabei wohl ist. Beim Analverkehr ist es wichtig, ein Gleitmittel zu benützen. Da das Risiko einer Übertragung mit HIV oder einer anderen sexuell übertragbaren Infektion noch höher ist als beim Vaginalverkehr, sollten dabei unbedingt Kondome verwendet werden.

Androgene

Ist der Sammelbegriff für die männlichen Sexualhormone. Besonders bekannt ist dabei das so genannte Testosteron. Dieses wird in den Hoden und in geringen Mengen in den Eierstöcken gebildet. Die Androgene bewirken beim männlichen Fötus die Entwicklung männlicher Geschlechtsorgane und deren Funktion, später das Wachstum von Körperbehaarung und Bartwuchs sowie die sexuelle Lust. Androgene bewirken ausserdem eine Zunahme der Muskelmasse. Deshalb werden Androgene von manchen Sportler_innen missbräuchlich verwendet (Doping).

Androgynie

Ist ein Fremdwort, das wörtlich „Mannweiblichkeit“ bedeutet. Als androgyn bezeichnet man Menschen, die sich durch ihr Äusseres nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen lassen (wollen).

Androloge / Andrologin

Andrologie bezeichnte die "Männerheilkunde". Androloginnen und Andrologen sind Fachärzt_innen und Spezialist_innen, die sich mit den Fortpflanzungsfunktionen des männlichen Geschlechtsorgans und deren Störungen befassen. Somit ist die Andrologie die männliche Entsprechung der Gynäkologie.

Anilingus

Ist ein Fremdwort für das Lecken oder Küssen des Afters beim Sex. Manche Leute benutzen dafür das englische Wort „Rimming“.

anmachen / anbaggern

Anmachen im Sinne von Anbaggern bedeutet, jemanden (oft auf etwas aufdringliche Weise) anzusprechen, um sein (sexuelles) Interesse zu zeigen.

Anorgasmie

Ist ein medizinisches Fremdwort, das bedeutet, dass jemand beim Sex oder auch bei der Selbstbefriedigung keinen Orgasmus (Höhepunkt) erleben kann, obwohl das gewünscht wird. Dies kann verschiedene Ursachen haben und kann medizinisch oder psychologisch behandelt werden.

Antibabypille
Antibabypille

Anderes Wort für das Verhütungsmittel Pille.

Anus

Ist ein Fremdwort für After.

asexuell

Bedeutet „nicht-sexuell“ oder „ohne Sexualität“. Asexuell ist eine sexuelle Orientierung. Als asexuell bezeichnen sich Menschen, die − unabhängig von ihrem Geschlecht − kein Bedürfnis nach sexueller Interaktion mit anderen Personen haben.

Aufklärungsunterricht

Wird auch Sexualkundeunterricht genannt und beinhaltet die schulische Auseinandersetzung mit Sexualität. Dieser gehört zu den zentralen Anliegen der Sexualpädagogik.

Ausfluss

Aus der Scheide kommt eine klare weisse bis gelbliche Scheidenflüssigkeit (Zervikalschleim) heraus. Das nennt man Ausfluss und das ist ganz natürlich. Während des Zyklus verändert sich dieser Schleim. Um den Zeitpunkt des Eisprungs herum sieht er z.B. anders aus als vor der Periode. Sollte der Schleim seine Farbe merklich ändern und/oder ungewöhnlich riechen, kann das ein Hinweis auf eine Entzündung sein. Ein Arzt oder eine Ärztin sollte das abklären. Wenn aus dem Penis trübe Flüssigkeit oder Schleim austritt (ausser Urin oder Sperma), kann dass auf eine Infektion hin weisen und sollte ebenfalls medizinisch abgeklärt werden.

Lust und Frust
Fachstelle für Sexualpädagogik und Beratung
Langstrasse 21, 8004 Zürich


044 413 46 50

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Ein Angebot der Schulgesundheitsdienste der Stadt Zürich