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für Sexualpädagogik |
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HIV/Aids und STI's
•
HIV/Aids
• Sexuell übertragbare
Infektionen
Spricht man von sexuell übertragbaren
Infektionen (auch STD’s genannt, Sexually transmitted Diseases),
denkt man wohl zuallererst an HIV/Aids. Dieser Infektionskrankheit haben
wir eine spezielle Seite gewidmet (HIV/Aids).
An dieser Stelle wollen wir dir andere Krankheiten kurz vorstellen,
die durch sexuelle Kontakte übertragen werden können.
Die folgenden Angaben stammen vor allem aus einer Broschüre der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln,
die sich der Verhütung von sexuell übertragbaren Krankheiten
widmet. Diese Broschüre heisst „PSSST!“ und kann bei
uns auf der Fachstelle bezogen werden.
Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass du bei einem oder
mehreren der folgenden Anzeichen zur Ärztin oder zum Arzt gehen
solltest:
- Brennen beim Wasserlassen
- Ungewöhnliche Rötung der Geschlechtsteile
- Jucken an den Geschlechtsteilen
- Veränderter Ausfluss aus der Scheide oder dem Penis
- Schmerzen im Genitalbereich oder im Unterbauch
- Hautveränderungen wie entzündete Stellen, Schuppen, Pusteln,
Pickel, Warzen etc. oder Geschwüre an Glied,
Scheide,
After
- Geschwollene Lymphknoten in der Leistenbeuge
Name der Krankheit
Anzeichen / Symptome
Übertragung
Verlauf
Zu beachten
Aminkolpitis
Bei der Frau: dünnflüssig-grauer
Ausfluss mit einem Gefühl der Nässe, charakteristischer fischartiger
Geruch.
Beim Mann: oft nur leichte Entzündung der Eichel, Rötung.
Bei Sexualkontakten ohne Kondom, oft bei hintereinander vollzogenem
Anal- und Vaginalverkehr.
Oft mit anderen Infektionen zusammen
Chlamydien-Infektion
Bei Frauen: jede zweite Frau mit einer
Chlamydien-Infektion ist ohne Beschwerden. Wenn Beschwerden auftreten,
sind das z.B. ein Brennen beim Wasserlassen, Druck in der Blase, undeutliche
Unterleibschmerzen, Zwischenblutungen; gelber, klebriger oder eitriger
Ausfluss; Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Alle Beschwerden werden
chronisch, wenn sie unbehandelt bleiben.
Bei Männern: Brennen beim Wasserlassen, glasiger oder milchig-trüber
Ausfluss aus der Harnröhre; aber auch Männer sind oft symptomlos.
Fast ausschliesslich durch Sexualkontakt ohne Kondom.
Unbehandelt mit schweren Folgen: Eileiterentzündungen, als Folge
möglicherweise.
Unfruchtbarkeit. Bei Schwangeren: Ansteckung des Babys bei der Geburt.
Behandlung mit Antibiotika. Partnerbehandlung!
Feigwarzen
(Kondylome)
Im Aussehen unterschiedlich grosse schmerzlose Warzen am Glied, an der
Scheide oder am After.
Durch ungeschützten sexuellen Kontakt.
Typische Anzeichen zeigen sich ca. 3 Wochen nach der Ansteckung, manchmal
auch erst Monate später.
Medikamentöse Behandlung oder chirurgische Entfernung.
Filzläuse
(keine eigentliche Krankheit)
Juckreiz im Bereich der Schamhaare, Läuse und Eier sind sichtbar.
Durch sexuelle Kontakte, aber auch über Kleidung, Betten, Handtücher.
Erste Zeichen ca. 3 – 6 Tage nach der Übertragung.
Behandlung mit Insektiziden (Spezialmedikamente). Die Kleidung muss
mitbehandelt (desinfiziert) werden. Partnerbehandlung!
Gonorrhöe
(Tripper)
Männer und Frauen: Brennen beim Wasserlassen, eitriger Ausfluss,
Rötung.
Nur bei Frauen: ev. Schmierblutung, Unterleibsschmerzen. Kann v.a. bei
Frauen auch symptomlos verlaufen.
Durch sexuellen Kontakt ohne Kondom, wenn der Erreger auf warme, feuchte
Stellen gelangt: Mund, Scheide, Glied, After.
Bei Frauen: Die Ansteckung bleibt bei vielen Frauen unbemerkt. Erste
Anzeichen 2-5 Tage nach Ansteckung.
Bei Männern: typische Anzeichen nach 2 – 5 Tage.
Ärztliche Behandlung mit Antibiotika. Partnerbehandlung! Ein verschleppter
Tripper kann unfruchtbar machen.
Hepatitis
(verschiedene Typen der übertragbaren Leberentzündung)
Übelkeit, Appetitlosigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Juckreiz,
Abgeschlagenheit, Gelbfärbung der Bindehaut, der Stuhl entfärbt
sich, der Urin wird gelb.
Über alle Schleimhäute, also auch beim Küssen, Petting,
bei sexuellem Kontakt ohne Kondom sowie über Geschirr, Speichel,
Blut oder Sperma (je nach Typ unterschiedliche Übertragungswege).
Die verfügbaren Impfungen gegen Hepatitis A und B (auch als Kombinationsimpfung)
sind gut verträglich, wirksam und empfehlenswert.
Herpes
Genitalis Kribbeln oder Jucken der
Haut, Rötung, schmerzhaftes Wasserlassen, Brennen, Ausfluss, Bläschen,
die erst jucken, dann aufplatzen und Geschwüre bilden.
Durch sexuellen Kontakt ohne Kondom.
Bläschen treten ca. 3 – 8 Tage nach der Ansteckung auf. Aufgeplatzte
Bläschen können Entzündungen mit Fieber auslösen.
Medikamente können die Symptome zwar lindern, aber nicht heilen.
Syphilis
(Lues)
Phase 1: schmerzlose Knoten an Glied, Scheide oder After, die schnell
verschwinden (bedeutet aber keine Heilung!)
Phase 2: anschwellende Lymphknoten und unspezifische Beschwerden des
ganzen Körpers (Schmerzen, Fieber, Hautausschlag, Haarausfall).
Phase 3: schwerwiegende Störungen und Ausfallerscheinungen (Knochen,
Augen, Gehirn, Herz).
Fast ausschliesslich durch sexuellen Kontakt ohne Kondom, bei Verletzungen
der Haut ist eine Ansteckung leichter möglich.
Typische Anzeichen zeigen sich innerhalb von 9 – 21 Tagen nach
der Ansteckung; diese Knoten verschwinden (auch ohne Behandlung) innerhalb
von 1 – 5 Wochen, es folgt Phase 2 mit äusseren Krankheitserscheinungen
und unspezifischen Beschwerden. Danach Übergang zu Phase 3: Befall
der inneren Organe.
Behandlung mit Antibiotika. Partnerbehandlung!
Trichomonaden-Infektion
Bei der Frau: Schmerzen beim Wasserlassen.
Übelriechender grau-gelblich-schaumiger Ausfluss, Juckreiz, Brennen.
Beim Mann: Schmerzen beim Wasserlassen, Harndrang.
Durch sexuellen Kontakt ohne Kondom, aber auch durch feuchte Gegenstände
(auf Toiletten, in Saunen oder Schwimmbädern aber selten).
Bei Frauen: meist deutliche Anzeichen bald nach der Ansteckung.
Bei Männern: kann die Ansteckung unbemerkt bleiben.
Trichomonaden-Infektionen kommen häufig vor.
Weicher Schanker (Ulcus
molle)
Schmerzhafte, eitrige Knötchen oder Geschwüre, die auch bluten
können, an der Stelle, wo der Erreger eingetreten ist.
Durch sexuellen Kontakt ohne Kondom, erhöhtes Risiko bei Wunden
oder Verletzungen der Haut.
Typische Anzeichen treten ca. 3 – 7 Tage nach der Ansteckung auf.
Pilzinfekte
(Candidosen)
Bei der Frau: Rötung, Schwellung, Juckreiz, weisslicher Ausfluss,
der bröckelig sein kann; Brennen, schmerzhaftes Wasserlassen.
Beim Mann: oft weniger Beschwerden, Rötung der Eichel mit Pünktchen.
Pilzinfektionen der Scheide werden meistens nicht sexuell übertragen:
die verursachenden Hefepilze sind praktisch überall vorhanden und
können bei Störung des physiologischen Gleichgewichts u.a.
in der Scheide zu Krankheitserscheinungen führen. Sie können
dann auch sexuell übertragen werden.
Bei Frauen: deutliche Anzeichen bald nach der Ansteckung.
Bei Männern: weniger auffällige Krankheitserscheinungen.
Die Anfälligkeit für Pilze wird durch verschiedene Medikamente
erhöht, u.a. die Pille.
Gezielte Behandlung z.B. mit Antimykotika. Partnerbehandlung!
Poah, das ist ja dicke Post! Was es da so alles gibt?! Auch wenn sexuell
übertragbare Krankheiten eine Tatsache sind, soll uns Menschen
aber doch nicht die Lust am Sex und an der Liebe abhanden kommen. Darum
ist es wichtig, seinen Körper gut zu kennen, die Körperhygiene
ernst zu nehmen und eben auch einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen,
wenn etwas nicht zu stimmen scheint. Und es ist auch gut zu wissen,
dass man sich gegen viele der erwähnten Krankheiten schützen
kann, zum Beispiel mit Kondomen!
Hinweis: Sexuell übertragbare Infektionen (STI) = erhöhtes
Risiko bei der HIV Infektion.
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