| Fachstelle
für Sexualpädagogik |
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HIV/Aids und STI's
• HIV/Aids
•
Sexuell übertragbare Infektionen
Wenn du dich mit dem Thema Sexualität
befasst, dann ist es wichtig, dass du dich auch mit HIV/Aids auseinander
setzt. HIV und Aids geht uns alle an, ganz egal ob Frau, Mann oder Jugendliche,
ganz egal ob schwul, lesbisch, bi- oder heterosexuell, ganz egal, welcher
Hautfarbe jemand ist, ganz egal ob drogensüchtig oder nicht. Wir
wollen dir nicht Angst machen. Ganz im Gegenteil: Wenn du gut informiert
bist, dann kennst du auch die Möglichkeiten, wie du dich vor einer
HIV-Infektion schützen kannst, was dir möglich macht, deine
Sexualität angstfrei zu geniessen.
Aids ist die Abkürzung für «Acquired Immune Deficiency
Syndrome», was in etwa «krankmachende Schwäche des
Immunsystems» heisst. Die Krankheit Aids führt früher
oder später zum Tod. Auch wenn in den letzten Jahren die medikamentösen
Therapiemöglichkeiten stark verbessert wurden und somit die Lebenserwartung
wie auch die Lebensqualität der aidsbetroffenen Menschen gesteigert
werden konnte, ist Aids bis heute nicht heilbar. Es gibt auch keine
Impfung gegen Aids.
Aids ist eine Viruserkrankung. Das Virus heisst HI-Virus («Human
Immunodeficiency Virus», was etwa «menschliches Immunschwächevirus»
heisst). Es ist wichtig, zwischen der Krankheit Aids und der Infektion
mit dem HI-Virus zu unterscheiden, weil mit einer Ansteckung mit dem
Virus nicht zugleich die Erkrankung an Aids verbunden ist. Ein mit dem
Virus angesteckter Mensch leidet unmittelbar nach der Übertragung
und in der Regel über Jahre hinweg an keinerlei Krankheitszeichen.
Sogar 10 Jahre nach der Ansteckung sind ohne medikamentöse Behandlung
noch die Hälfte der HIV-positiven Menschen gesund, was heisst,
dass sie zwar das Virus im Körper haben, aber nicht an Aids erkrankt
sind. Deshalb wird unterschieden zwischen HIV-positiven Menschen und
aidskranken Menschen. HIV-positiv bedeutet, dass das Virus im Blut nachgewiesen
wurde, dass der Mensch aber nicht an sichtbaren Krankheitszeichen leidet.
Aidskrank bedeutet, dass das HI-Virus die körpereigene Krankheitsabwehr
(das so genannte Immunsystem) stark beschädigt hat. Es treten Krankheiten
auf wie beispielsweise Lungenentzündung, Tumore oder Pilzerkrankungen,
die der Körper nicht mehr abwehren kann.
Übertragungswege des HI-Virus
Das Virus ist in allen unseren Körperflüssigkeiten
nachweisbar, jedoch in unterschiedlicher Konzentration. Eine Ansteckung
ist nur durch Blut-, Samen- und Scheidenflüssigkeit möglich,
und zwar nur dann, wenn infizierte Körperflüssigkeit direkt
in den Körper eines anderen Menschen gelangt.
Eine Ansteckung mit dem Virus ist
möglich
- durch ungeschützten Geschlechtsverkehr
(vaginal oder anal), wenn der eine Sexualpartner/die Sexualpartnerin
HIV-positiv
ist
- durch Oralverkehr (d.h. Befriedigung mit dem Mund), wenn Samenflüssigkeit
oder Menstruationsblut eines HIV-
positiven
Menschen in den Mund eines anderen Menschen gerät. Die Viruskonzentration
ist im Blut am höchsten, gefolgt von der Samenflüssigkeit.
In der Scheidenflüssigkeit ist die Konzentration der HI-Viren geringer,
weshalb der orale Kontakt mit Scheidenflüssigkeit als Ansteckungsrisiko
praktisch ausgeschlossen werden kann. Ebenfalls als ungefährlich
bezüglich einer Übertragung gilt der Lusttropfen beim Mann.
Bei Oralverkehr also darauf achten, dass keine Samenflüssigkeit
beziehungsweise kein Menstruationsblut in den Mund des/der anderen gerät.
- durch die Benützung derselben Nadel bzw. Spritze beim Fixen (Spritzentausch),
wenn jemand mit dem Virus
infiziert
ist.
- kaum während der Schwangerschaft, sicher bei der Geburt und beim
Stillen, wenn die Mutter HIV-positiv ist.
Keine Ansteckungsgefahr besteht
- beim Händegeben und bei Umarmungen
- bei der Benützung von öffentlichen Toiletten
- in Schwimmbädern oder Saunen
- durch gemeinsam benutzte Alltagsgegenstände (Geschirr, Besteck,
Zahnbürste etc.)
- durch gemeinsames Verzehren von Esswaren
- beim Küssen, inklusive Zungenküssen
- beim Petting
- beim Anhusten / Anniesen
- bei Mückenstichen etc.
- beim Oralverkehr, wenn kein Menstruationsblut oder Sperma in den Mund
kommt.
Schutzmöglichkeiten
Jede Frau und jeder Mann kann sich
vor einer Ansteckung mit dem HI-Virus schützen, indem gewisse Regeln
eingehalten werden:
- Drogenkonsumierende benützen konsequent nur die eigene Spritze
und das eigene Besteck dazu.
- Sexuell aktive Menschen beachten die so genannten Safer-Sex-Regeln:
Safer
Sex heisst, dass keine Samenflüssigkeit, keine Scheidenflüssigkeit
und kein Blut in den Körper der Partnerin oder des Partners gelangen!
Dies kannst du erreichen, indem du beim Sex nicht in den Körper
der Freundin oder des Freundes eindringst oder aber beim Geschlechtsverkehr
immer Kondome mit Gütesiegel benutzt. Vermeide zudem, dass Samenflüssigkeit
bzw. (Menstruations-) Blut in den Mund des Partners/der Partnerin gerät.
Safer Sex schützt übrigens nicht nur vor einer HIV-Infektion,
sondern bietet auch Schutz vor den meisten anderen sexuell übertragbaren
Krankheiten (siehe Seite Sexuell übertragbare Krankheiten). Bei
Sex auf den Gebrauch von Präservativen zu bestehen ist nicht Ausdruck
von Misstrauen! Vielmehr zeugt es von Verantwortungsgefühl und
dem Interesse, den oder die andere und sich selbst schützen zu
wollen, was deshalb eher eine Liebeserklärung ist. Auch wenn es
in manchen Situationen schwer fällt: Sprecht darüber, wie
ihr euch schützen könnt und wollt! Und zwar nicht erst dann,
wenn das Liebesspiel schon begonnen hat und ihr in wunderbarer Erregung
seid, sondern vorher. Viele empfinden den Pariser als Störfaktor
beim Sex. Versucht, den Pariser spielerisch einzubauen. Bekanntlich
macht auch Übung den Meister. Ihr könnt das Überziehen
des Kondoms beim Petting üben, die Jungs können bei der Selbstbefriedigung
auch mal einen Pariser einsetzen etc. Stellt doch eure Phantasie auf
die Probe...
Wann ist ein HIV-Antikörper-Test
sinnvoll?
Wenn du seit mehr als 3 Monaten in
einer völlig treuen Beziehung mit deinem Freund/deiner Freundin
bist und ihr anders als mit Kondomen eine Schwangerschaft verhüten
wollt oder bei Kinderwunsch eben nicht mehr verhüten wollt, könnt
ihr mit Hilfe des HIV-Antikörper-Tests feststellen lassen, ob sich
im Blut Antikörper finden oder nicht. Fehlen diese bei beiden,
seid ihr HIV-negativ. Dann könnt ihr ungeschützt Geschlechtsverkehr
haben oder euch auf ein anderes Schwangerschafts-Verhütungsmittel
als das Kondom einigen, sofern ihr euch auch weiterhin treu seid.
Denk aber daran: Der HIV-Antikörper-Test schützt nicht vor
einer Ansteckung! Der Test kann nur im Nachhinein, d.h. drei Monate
nach einer möglichen Ansteckung, überprüfen, ob sich
Antikörper gebildet haben und somit das HI-Virus im Blut ist. Ist
das Testresultat HIV-negativ, obwohl du in einer Risikosituation warst,
bedeutet dies nicht, dass du gegen das Virus immun bist. Ein nächstes
Mal kann dieselbe Risikosituation zu einer Infektion führen. Das
HI-Virus ist unberechenbar.
Wo kann ich den Test durchführen
lassen?
Am besten lässt du dich bei deiner
regionalen Aids-Hilfe beraten, wo du in deiner Nähe einen anonymen
HIV-Antikörper-Test durchführen lassen kannst. Bei der Aids-Hilfe
Schweiz (Tel. 01 447 11 11, www.aids.ch)
erfährst du die entsprechende Telefonnummer bzw. Adresse.
Mehr Informationen zu HIV/Aids
Wünschst du mehr Informationen
zum Thema HIV/Aids oder hast du konkrete Fragen, dann berät dich
die Aids-Hilfe deiner Region gerne. Dort erhältst du auch Informationsmaterial.
Selbstverständlich kannst du für deine Fragen auch unsere
Sexsprechstunde nutzen. Für mehr Informationen zum Thema auf dem
Netz empfehlen wir dir den Link zur Aids-Hilfe Schweiz (www.aids.ch).
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